Die Objekte wissenschaftlicher Sammlungen sollen langfristig gesichert, zugleich aber auch in Ausstellungs-, Forschungs- und Lehrkontexten genutzt werden. In diesem Spannungsfeld zwischen Substanzerhalt – gegebenenfalls auch Wiederherstellung – und wissenschaftsgetriebener Nutzung, nimmt die Restaurierung eine zentrale Rolle ein.
Über Jahre hinweg sollen Veränderungen am Objekt sowie konservatorische und restauratorische Maßnahmen nachvollziehbar dokumentiert werden, wobei dadurch wertvolle Forschungsdaten entstehen. Restaurator*innen stehen vor der Herausforderung, Daten so zu erfassen, dass sie dauerhaft interpretierbar, vergleichbar und nachnutzbar bleiben, auch wenn sich Restaurierungsansprüche und wissenschaftliche Fragestellungen verändern und sich konservatorisch-technische wie auch dokumentarische Methoden weiterentwickeln.
Die Fachexpertise Konservierungs- und Restaurierungsdokumentation arbeitet in verschiedenen Tätigkeitsfeldern. Allgemeines Ziel ist es, Grundlagen für für ein praxisorientiertes Unterstützungsangebot für Mitarbeitende in Sammlungen zu schaffen, die in die restauratorische Praxis eingebunden sind. Die Angebote sollen insbesondere dabei unterstützen, konservierungs- und restaurierungsbezogene Forschungsdaten strukturiert zu managen.
Der derzeitige Schwerpunkt liegt auf der Erarbeitung des modularisierten BeratungsCamps Arbeiten mit strukturierten Daten in der Konservierungs- und Restaurierungsdokumentation, das gemeinsam mit der Fachexpertise Analyse strukturierter Daten entwickelt und als Workshop durchgeführt wird. Ziel ist es, Mitarbeitende in wissenschaftlichen Sammlungen praxisorientiert in grundlegenden Datenkompetenzen, im Forschungsdatenmanagement (FDM) sowie in der strukturierten Dokumentation konservatorischer und restauratorischer Maßnahmen zu schulen. Das erste Modul kann bereits virtuell oder in Präsenz durchgeführt werden und ist als Open Educational Resource (OER) im Train-the-Trainer-Format veröffentlicht.
In enger Zusammenarbeit mit der Fachexpertise Analyse strukturierter Daten erarbeitet die Fachexpertise zudem WissKI How-to-Tutorials und entwickelt die Lernzielmatrix zum Forschungsdatenmanagement (FDM) weiter, mit Fokus auf Ontologien, semantische Datenmodellierung und FDM für Konservierung und Restaurierung.
Die Fachexpertise ist in zwei Arbeitsgruppen von NFDI4Objects aktiv. Die Arbeitsprogramme umfassen zum einen eine bereits ausgewertete Community-Umfrage zum Umgang mit konservatorischen Daten, die den Bedarf verschiedener restauratorischer Disziplinen und Institutionen ermittelt hat. Zum anderen wird eine community-basierte Minimaldatensatzempfehlung für Konservierungsdaten entwickelt, die langfristig als Standard etabliert werden soll.
Der Minimalmetadatensatz bildet die inhaltliche Grundlage für ein weiteres, projektübergreifendes Vorhaben: Die Entwicklung einer Ontologie für konservierungs- und restaurierungsbezogene Prozesse auf Basis von CIDOC CRM. Diese Ontologie wird in der virtuellen Forschungsumgebung WissKI implementiert – sowohl im SODa Semantic Co Working Space als auch im Rahmen des WissKI Barrells Projekts.
Sollten Sie Fragen zur Arbeit der Fachexpertise Konservierungs- und Restaurierungsdokumentation haben, oder einen Termin zu einem Einzelberatungsgespräch vereinbaren wollen, kontaktieren Sie mich gerne per Mail oder über den SODa Help Desk!
Kontakt:
Gudrun Schwenk
Interessengemeinschaft für Semantische Datenverarbeitung e.V.
g.schwenk@igsd-ev.de